O Zapft Is!

Jawoll, mein drittes Album „O Zapft Is!“ ist endlich aus dem Presswerk raus! 16 neue Hits, irgendwo zwischen Punk, Liedermacher und Heavy Metal. Danke an Johannes Fischer fürs Mischen, Martin Reisacher fürs Gestalten, Michael Kalb fürs Verschicken, Edgar Kalb fürs Mastern, Friedrich Pilsner fürs Mitmusizieren, Peter Scherer fürs Keyboarden und alle Probehörer bzw. sonstige Beteiligten. Wer ein Exemplar haben will schreibt mich an (andreas@kalb-mail.de) – wie immer bei mir zum „Bezahl doch soviel du willst“-Tarif. Gerne kann man auch die Information teilen, eine hochoffizielle CD-Besprechung online stellen bzw. ein Butterbrot essen.
Das war die erste CD-Ankündigung ohne rosa Herzchen.

verpackte-cd

JahresROCKblick

Wem Jahresrückblicke noch nicht zum Halse raushängen, kann meinen gerne lesen. Ich liste hier meine zehn besten / interessantesten / schrillsten / irgendwasten Erlebnisse des Jahres 2015 auf, die irgendwas mit meinem musikalischen Schaffen zu tun haben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und chronologisch geordnet:

24.4.: Band-des-Jahres-Finale im Ostwerk. Die Teilnahme am diesjährigen Contest war eher einem Zufall geschuldet, da ich mich gar nicht angemeldet habe, aber dem Veranstalter gesagt habe, dass, falls eine Band ausfällt, er mich spontan anrufen kann, dann spiel ich. So ist es geschehen. Ich rief kurz darauf Friedrich Pilsner an und wir gründeten spontan die Formation „Tequila Sunrise“. Geprobt wurde nicht, bei der Hinfahrt zum Auftritt im Zug nach Augsburg sprachen wir die Setlist kurz einmal durch. Dass man dann als eine von drei Bands des gesamten Contests direkt von der Jury ins Finale gewählt wird, hätte ich mir nicht erträumt. Gelungene Überraschung – und auch wenn es am Abend des Finales nicht gereicht hat, ein denkwürdiger Auftritt!

24.7.: Wie die meisten Leser wissen, hatte ich die letzten beiden Jahre einen kleinen Nebenjob als Studienreferendar. Als ich an meiner Einsatzschule zum letzten Mal das Klassenzimmer der 9e betrat, gab es nicht nur einen Sitzkreis und keinen Unterricht, sondern auch ein von der Klasse vorgetragenes Ständchen. Die Lieder „Fasching“ und „Das war’s“ wurden auf den „Herrn Kalb“ umgedichtet und ich konnte mich tatsächlich in den Lyrics wiedererkennen! Zum Jahresabschluss nochmals Danke hierfür. Ich schulde der Bande noch einen Klassensatz CDs . Dieses Versprechen werde ich im nächsten Jahr einlösen (guter Vorsatz).

August: Im August habe ich mein drittes Album aufgenommen. Ich verschanzte mich also bei hohen Temperaturen im Keller und spielte den Großteil der 17 Lieder selbst ein. Die Erkenntnis: „kALBUM“, „Verrecko Banana“, „Powerhits III“ oder wie es auch immer letztendlich heißen wird, hat nur noch wenig mit den eher liedermachermäßigen ersten beiden Alben zu tun, sondern ist eher punkig, rockig und auch manchmal poppig geraten. Der Prozess etwas Neues zu „schaffen“ macht einfach Spaß. Und auch wenn es immer floskelhaft klingt, wenn eine Band sagt „…es ist das bisher beste Album, das wir jemals gemacht haben…“, so ertappte ich mich diesmal selbst bei genau diesem Gedanken.

12.8./15.8.: Wir fuhren aufs Summer-Breeze-Festival, um Metalbands anzuschauen. Bei der Anreise werden uns keine Messer, keine Gasflaschen und keine Bierkästen abgenommen, sondern einzig und allein eine Packung meiner CDs. Wozu ich die dabei hatte? Ich spiele auf Festivals manchmal gerne einen spontanen Gig irgendwo auf dem Campingplatz und Interessierte können sich ein Album mitnehmen. Zwei Auftritte spielte ich trotzdem und das war sehr witzig, weil die Metalheads auch unverstärkt und zur Akustikgitarre eine Bombenstimmung aufgebracht haben. Spontan und unkompliziert sind meist die besten Sachen!

19.8.: Der August hat es in sich! Wieder so eine skurrile Sache: Ich wurde kurzerhand gefragt, ob ich beim Ferienprogramm der Wasserwacht ein paar Lieder für die Kinder am Lagerfeuer spielen will. Ich sagte zu und stellte mich auf „Atemlos“, „An Tagen wie diesen“ und „Hänschen Klein“ ein. Weit gefehlt. Die im Schnitt vielleicht 8jährigen Kinder forderten „Pissrinne“, „Das war’s“ und „Gehen wir zu mir“. Zögerlich spielte ich das und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass die Knirpse die Texte besser beherrschen als ich selber. Und auch die Eltern sangen teilweise beim Abholen mit.

19.9.: Die lebende Augsburger Legende Arno Loeb ruft mich, wie für ihn üblich, enorm zeitnah (2 Tage vor dem Auftritt) an und fragt, ob ich nicht vor dem Impotenz-Konzert im Madhouse ein paar Lieder spielen will. Natürlich sage ich zu. Am Tag des Auftritts ruft mich besagter Herr wieder an – und zwar knapp vier Stunden bevor es losgehen soll – und meint, dass ich allein spielen muss, da zwei der vier Bandmitglieder krank sind. Natürlich sage ich zu. Ich komme um 19.00 Uhr an, um 20.00 Uhr soll es los gehen. Der kranke Bassist schleppt sich fiebernd auch noch in den Raum. Fehlt nur noch der Gitarrist. Die lebende Augsburger Legende Arno Loeb und seine Mannen proben mit mir 30 Minuten vor dem Auftritt Impotenz-Lieder ein, die wir dann erfolgreich 2x in Folge zum, naja, Besten geben. Darüber hinaus spielt eine zufällig anwesende Hardrockband zum ersten Mal vier Lieder akustisch und ich improvisiere mit dem körperlich größten Schlagzeuger Deutschlands ein weiteres Set. Ich erwähnte bereits, die spontanen Sachen…

18.12.: Ich werde mit dem Vorwand ein Lied zu spielen zur „30-Jahre-Band-des-Jahres“-Feier gelockt. Man wünsche sich von Seiten der Redaktion unbedingt den „B.H.“-Song, denn dieser hat anscheinend im letzten Jahr irgendwie Kultstatus bei denen erreicht. Ich gewinne letztendlich einen „Marathonmann“-Pokal, für mein konstantes und vielleicht auch penetrantes Engagement bei diesem Contest. Zweite BDJ-Überraschung im Jahr geglückt. Nebenbei spielt mein ehemaliger Physik-Lehrer mit dem Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller in einer echt guten Grunge-Band. Applaus, Applaus.

27.12.: Beim Punk-im-Pott-Festival lasse ich mich zu einer Runde „Punkrock-Karaoke“ überreden. Konzept: Die Band spielt einen Song, der Sänger aus dem Publikum gibt ihn zum Besten. Ich schwanke zwischen „Anarchy In The UK“, „Teenage Kicks“ und „Ace Of Spades“ und entscheide mich schließlich für letzteren, den ich stilecht im „Ursprung-Buam“-T-Shirt und mit hochgestelltem Mikroständer singe. Nicht dass dieser Kurzauftritt jetzt so besonders gewesen wäre, aber am nächsten Tag stirbt der Mann, der ihn geschrieben hat. Nicht, dass ich jetzt irgendeine spezielle Beziehung zu Lemmy gehabt hätte, aber mir fällt derzeit kein anderer Musiker ein, der noch am Leben ist und die Rockmusik-Szene subgenreübergreifend so geprägt hätte wie er.

allgemein: Die Entscheidung, trotz des Referendariats nicht mit dem Musikquatsch aufzuhören, auch wenn man dadurch ab und zu die Illusionen der Schüler zerstören muss, dass das Leben eines Lehrers nicht an der Schultüre aufhört und man auch manchmal erklären muss, warum man jetzt gerade in seiner Freizeit Oden über Gaststätten-WCs komponiert.

Wer mitgezählt hat, es fehlt noch ein Punkt: Irgendwie hat jeder Auftritt irgendetwas Erwähnenswertes. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die fast schon heimelige Ballonfabrik, das spontan dargebotene „Oh Tannenbaum“ auf die Melodie von „Warriors Of The World“ in der Alten Metzgerei oder auch den Auftritt bei knapp 40 Grad vor knapp sechs Rentnern auf dem Straßenfest in Bad Wörishofen dazu nehmen soll. Also hier: Einfach persönliches Highlight einfügen.

Fehlt nur noch der musikalische Ausblick für 2016. Vorsätze: Mindestens 12 Auftritte mit meiner Coverrockband „Fire And Steel“, allerhöchstens einen mit den Geggen Gaggas und mehr als im Jahr 2015 solo. Ein „Very-Very-Low-Budget-Video“ kommt im Januar und im Februar dann auch hoffentlich das „kALBUM“, „Verrecko Banana“, „Powerhits III“, oder wie es auch immer heißen wird.

3. Album wird gerade aufgenommen

Gestern starteten die Aufnahmen für mein drittes Album. Nach den Wahnsinnserfolgen von „Wirtshauslyrik“ und „Der Apfel fällt nicht weit vom Spanferkel“ (einige Exemplare noch erhältlich) wird es darauf wieder verstärkt und vor allem verstärkte Gitarren zu hören geben. Textlich geht es unter anderem um den Augsburger Rathausplatz, Sternsinger und die Kraterhaut des Mondes.

Nächstes Konzert: 5. September in der Ballonfabrik in Augsburg mit der All-Star-Truppe „Fire And Steel“.